CfP und Heftvorschau

Aktuelle CfP

«Rechtsextremismus – Erwachsenenbildung unter Druck»
_Themenbeitrag von Laura Schudoma

Rechtsextremismus stellt eine der zentralen Bedrohungen für demokratische Gesellschaften dar. Studien aus unterschiedlichsten Disziplinen weisen schon länger darauf hin, dass rechtsextreme Ideologien zunehmend in der sog. ‚Mitte‘ der Gesellschaft Anschluss finden und sich nicht mehr ausschließlich in radikalen Randgruppen manifestieren. Diese Entwicklung wird durch soziale und ökonomische Unsicherheiten, die Verbreitung von Verschwörungserzählungen sowie die zum Teil auch sogartigen Dynamiken digitaler Kommunikationsräume begünstigt. Insbesondere die Normalisierung rechtsextremer Narrative in öffentlichen Diskursen und die gezielte Instrumentalisierung von Ängsten und Ressentiments stellen den Nährboden für demokratieskeptische und -ablehnende Haltungen dar.

Der Themenbeitrag „Rechtsextremismus als Herausforderung für Erwachsenenbildung: Ein Plädoyer für eine disziplinäre Besinnung auf Aufklärung, Kritik- und Urteilsfähigkeit“ von Laura Schudoma greift diese Problematik auf und fordert eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Erwachsenenbildung in einer Gesellschaft, die sich sowohl aus historischen Erfahrungen als auch gegenwärtigen politischen Entwicklungen immer wieder neu mit Autoritarismus konfrontiert sieht. Mit dem Spannungsverhältnis zwischen der Befähigung zur Selbst- und Gesellschaftskritik auf der einen und der Anpassung und Funktionalisierung auf der anderen Seite greift der Themenbeitrag eine grundlegende Problematik auf, die die Erwachsenenbildung unter den Eindrücken antidemokratischer Tendenzen und rechtsextremer Narrative vor eine besondere Herausforderung stellt. Kritisch diskutiert Schudoma, dass sich Erwachsenenbildung als Teil dieser Gesellschaft in großen Teilen funktionalen Anforderungen anpasst, statt ihrer in der Tradition der Aufklärung gründenden Rolle gerecht zu werden. Die Rezeption und Beleuchtung des Autoritarismuskonzepts in der Gegenüberstellung zu den aufklärerischen Idealen der Erwachsenenbildung bieten eine Grundlage, um der Frage nachzugehen, welche Rolle und Position Erwachsenenbildung in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus als gesellschaftliches und politisches Problem einnimmt.

Bei Interesse am Verfassen einer Replik zu diesem Themenbeitrag senden wir Ihnen den gesamten Themenbeitrag zu, so dass Sie sich entlang der inhaltlichen Ausführungen entscheiden können, ob Sie eine Replik verfassen werden. Kontaktieren Sie uns hierzu bis zum 17. April 2026 unter der E-Mail-Adresse: debatte@budrich-journals.de

Der Themenbeitrag und die dazugehörigen Repliken erscheinen nach einem open-peer-Review-Verfahren in derselben Ausgabe. Durch die Aufnahme in das Projekt „Diamond Open Access Zeitschriften durch Crowdfunding“ des Fachinformationsdienstes (FID) Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung ist es möglich, dass die Beiträge dieser Ausgabe Open Access erscheinen. Bitte senden Sie uns Ihre Replik zum Themenbeitrag bis zum 19. Juni 2026 an: debatte@budrich-journals.de

Die Replik sollte mindestens 10.000 Zeichen und maximal 35.000 Zeichen umfassen.


«Digitale Subjektivierung»
_Themenbeitrag von Heidrun Allert

In der Erwachsenenbildungswissenschaft werden Zusammenhänge zur und Auswirkungen von Digitalisierung seit Jahrzehnten thematisiert. Dabei kreisen die Auseinandersetzungen zu großen Teilen um Fragen des Umgangs mit und des Einsatzes von digitalen Medien und Technologien in Lehr-Lernkontexten, um damit verbundene Kompetenzanforderungen an erwachsenenpädagogisches Personal sowie Teilnehmende und um das Für und Wider digitaler Angebote im Hinblick auf spezifische Teilhabemöglichkeiten. Die grundlegenden Auswirkungen des Digitalen – auch auf das Subjekt – werden dabei eher weniger betrachtet. So stellen beispielsweise digitale Plattformen die Organisation von erwerbsbezogener Arbeit in Frage, indem sie ein orts- und zeitunabhängiges Arbeiten ermöglichen und damit gleichzeitig vom Subjekt einen souveränen Umgang fordern. Heidrun Allert problematisiert diese Entwicklungen in ihrem Beitrag „Die Hervorbringung des souveränen Subjekts“ und stellt die These auf, dass „Macht- und Regierungsbegriffe wie ‚Steuerung‘, ‚Regulierung‘ und ‚Souveränität‘ […] sich zunehmend hin zum Individuum [bewegen]. Sie heißen dann ‚Selbstregulierung‘, ‚Selbststeuerung‘, ‚Selbstbestimmung‘, ‚Selbstwirksamkeit‘, ‚Selbstfürsorge‘ und schließlich sogar ‚Selbstsouveränität‘.“ Hierfür zeichnet sie die Entwicklung der libertären Gedanken eines Anarchokapitalismus nach, die in der Ermächtigung des Individuums im Kontext des Human Potential Movements wurzeln. Für die Pädagogik und speziell die Erwachsenenbildung stellt sich daran anschließend die Frage, wie mit dem (auch pädagogischen) Anspruch der Ermächtigung des Individuums umzugehen ist, wenn sich die Individuen zunehmend in diesem Kontext nicht mehr als Gemeinschaftswesen, sondern als Unternehmer:innen verstehen.

Bei Interesse am Verfassen einer Replik zu diesem Themenbeitrag senden wir Ihnen den gesamten Themenbeitrag zu, so dass Sie sich entlang der inhaltlichen Ausführungen entscheiden können, ob Sie eine Replik verfassen werden. Kontaktieren Sie uns hierzu bis zum 4. März 2026 unter der
E-Mail-Adresse: debatte@budrich-journals.de

Der Themenbeitrag und die dazugehörigen Repliken erscheinen nach einem open-peer-Review-Verfahren in derselben Ausgabe. Ihre Replik zum Themenbeitrag erstellen Sie bis zum 6. Mai 2026 und senden uns diese ebenfalls an die
E-Mail-Adresse: debatte@budrich-journals.de

Die Replik sollte mindestens 10.000 Zeichen und maximal 35.000 Zeichen umfassen.


Ständiger CfP

Ständiger Call for Paper zu allen bislang in der DEBATTE erschienenen Beiträgen

Wollen Sie eine Replik auf einen Artikel aus den bislang vorliegenden Heften der DEBATTE anfertigen, dann informieren Sie uns bitte mit einer kurzen Rückmeldung (Replik auf welchen Beitrag, Arbeitstitel) per Mail unter:
debatte@budrich-journals.de

Die Replik sollte sich vom Umfang her zwischen 10.000 und 35.000 Zeichen bewegen.

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